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2011 -

Selbstbefreiung der Kunst - Malerei der Neuzeit jenseits der Religionen

Vortragsreihe in der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe AWWK. 17., 24. und 31.03.2011

Nicht nur atheistische Künstler der Gegenwart schaffen autonome Kunstwelten, die ohne die Vorstellung eines göttlichen Schöpfers oder Weltenlenkers auskommen. Seit dem Ende des Mittelalters experimentieren Künstler in einzelnen Werken mit dem Modell eines autarken Menschen, der sich der Endlichkeit seiner Existenz bewusst ist, nicht auf ein Jenseits hofft und die Verantwortung für sein Handeln selbst zu übernehmen bereit ist. Dabei geraten Künstler auch immer wieder in Konflikt zu den mächtigen Auftraggebern ihrer Zeit: den Kirchen, den Fürstenhöfen und sogar der bürgerlichen Oberschicht. - Wir führen exemplarische Längsschnitte durch die abendländische Kunstgeschichte der Neuzeit und befragen ausgewählte Werke der Malerei aus Renaissance, Barock, Klassizismus, Realismus und Moderne nach ihrer immanenten Bedeutung.

Während die Philosophie ihre Denkmodelle mit oder ohne Gott ausformuliert und zur Diskussion stellt, bietet die Kunst anschauliche Argumente für ein heteronomes oder autonomes Selbst- und Weltverständnis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeleitet, Kunstwerke auf ihre eigene aktuelle Lebenswirklichkeit zu beziehen und sie unter Verzicht auf transzendente Spekulationen zu interpretieren.