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2010 - 2006

Volker Blumkowski | Wolfgang Rempfer

Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen. Zur Ausstellungseröffnung am 21.05.2010

Die aktuelle Doppelausstellung trägt lediglich die Namen der beiden Künstler aber keinen gemeinsamen Titel. Sie werden sich fragen, ob es denn ein gemeinsames Konzept gibt, eine übergreifende Idee. Nun, das gab es von Anfang an nicht. Wir wollten ganz einfach die Bilderschau eines Malers und die Installation eines Bildhauers zeigen. Allerdings ist die Doppelausstellung ein geeignetes Exempel dafür, wie das Publikum – wie wir – mit unserem kreativen Potenzial die beiden Ausstellungsteile miteinander korrespondieren lassen. Ich versuche das schon einmal aus meiner Sicht:

Wenn wir den Raum mit Wolfgang Rempfers Installation betreten, sind wir verunsichert. Die Vielzahl der Spiegelungen, die diagonalen Achsen in der 2. und der 3. Dimension sowie insgesamt die Abweichungen vom rechten Winkel lassen die subjektive Raumwahrnehmung ins Wanken geraten. Es entsteht eine Situation, vergleichbar im schiefen Haus im Park von Bomarzo. Alles was wir bisher für selbstverständlich und sicher hielten, gilt nicht mehr. Auf eine Irritation der Raumwahrnehmung folgt eine existenzielle. Allerdings hat Wolfgang Rempfer seinem Werk einen Titel gegeben: „Zum Paradies“! In einem zweiten Zugangsversuch werden wir angeregt, hier vielleicht Assoziationen zu unseren Vorstellungen von einem Lustgarten herzustellen.

Volker Blumkowski hat ganz bewusst darauf verzichtet, einem aktuellen Trend zu folgen und seine Bilder installativ zu präsentieren. Der Raum, in dem wir stehen, soll als Bewegungs- und Kommunikationsraum dienen zwischen uns und den Bildern. Alle unsere Aufmerksamkeit soll sich auf das einzelne Bild richten. Wir sind aufgefordert, uns mit dem Blick in die virtuellen Räume zu begeben und uns in die dargestellten Personen und Handlungen zu versetzen, um zu erkennen, dass auch hier eine Rechnung nicht ganz aufgeht. Auch hier werden wir verunsichert und in unserer Wahrnehmung irritiert. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei der Kunst von Blumkowski um keinen platten Naturalismus handelt, sondern um einen Realismus, der mit den Mitteln der Malerei unsere Wahrnehmung kritisch in Frage stellt.