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2009 - 2006

Natur forte - Verleihung des Wolfgang Hartmann Preises an Marko Schacher

Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen. Zur Ausstellungseröffnung am 25.09.2009

(Auszug aus der Begrüßungsrede)

Der in seiner Art einzigartige Kuratorenpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, trägt den Namen von Wolfgang Hartmann (1938 – 1999), der als Professor für Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe lehrte und forschte. Sein uneitles Auftreten und sein sachlicher Blick machten ihn für junge Künstlerinnen und Künstler zu einem geschätzten Gesprächspartner. Seine Einführungen in Ausstellungen, oft von ihm selbst kuratiert, und Texte zeichneten sich durch eine schnörkellose Sprache und einen direkten Zugriff auf die zentralen künstlerischen Sachverhalte aus. Wolfgang Hartmann gehört zu den wenigen Kunsthistorikern, die bereits in den 1980er-Jahren in der Vermittlung von aktueller Kunst eine zentrale Aufgabe der Kunstwissenschaft erkann­ten. So verfolgte er auch von Anfang an mit wachem Interesse die Aufbauphase der Ateliergemeinschaft Wilhelmshöhe und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises Wilhelmshöhe (heute: Kunstverein Wilhelmshöhe). Als Stellvertretender Vorsitzender (1985 – 1995) und später als Vorsitzender (1995 – 1998) übernahm er admi­nistrative Verantwortung und hatte die künstlerische Qualität des Ausstellungsprogramms jederzeit kritisch im Blick.

Über hundert Künstlerinnen und Künstler, die sich Wolfgang Hartmann besonders verbunden fühlten, sowie weitere Spender fanden sich im Jahre 2001 zu einer Benefizveranstaltung zusammen und legten den Grundstein für den Wolfgang Hartmann Preis und das Kuratorium, das den Gedanken einer praktischen Kunstvermittlung in der Mitte der Gesellschaft seither weiter pflegt. Dies geschieht durch die bundesweite Ausschreibung eines Wettbewerbs, der junge Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker bei der Auseinandersetzung mit aktueller Kunst innerhalb eines kuratorischen Projekts fördern will. Eine fünfköpfige Fachjury entscheidet über die Bewerbungen.

Der Vorstand des Kunstvereins Wilhelmshöhe Ettlingen e. V. gratuliert dem Preisträger sowie den beteiligten Künstlern zu dem innovativen Kunst-Projekt Natur forte. Marko Schacher hat nicht nur eine sehr schöne und konzeptionell überzeugende Ausstellung zustande gebracht, sondern er hat sein Konzept auch im Katalog in einer Weise dokumentiert, die über den Tag und die Ausstellungsdauer hinaus gültig ist. So wünschen wir Ihnen, lieber Herr Schacher, dass diese Auszeichnung für Sie zu einem Treibsatz wird, der Ihre kuratorische Karriere eine bedeutendes Stück voranbringt.