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2008 - 2006

Der Garten der Lüste und die Kunst des Hieronymus Bosch

Vortrag mit Lichtbildern. Montag, den 07. April 2008  

Seit Generationen weckt jenes rätselhafte Triptychon, dem man den ungewöhnlichen Titel „Der Garten der Lüste“ gegeben hat, Interesse und Neugier bei den Menschen und stiftet zugleich auch immer wieder Verwirrung, wenn sich die Frage erhebt, wie sich denn in diesem Bildwerk Erotik und Theologie auf beispiellose Weise miteinander verbinden. In einem Zeitalter, in dem die Menschen ihr eigenes Ich entdecken und in dem die Fantasien von einem bevorstehenden Weltuntergang gedeihen, wird die Kunst von Hieronymus Bosch zu einem Seismografen, der die inneren und die äußeren Erschütterungen aufzeigt und ein Schlaglicht auf das Weltbild um 1500 wirft. Jene geheimnisumwitterten Bildwelten sind nicht nur dazu angetan, nach Jan van Eyck den zweiten epochalen flämischen Künstler kennen zu lernen, sondern auch das Fühlen und Denken der Menschen vor einem halben Jahrtausend ein wenig besser zu verstehen. Schließlich kann die vergleichende Betrachtung ausgewählter Einzelwerke auch als Spiegel dienen, der einen Blick in die Abgründe unserer zeitgenössischen Psyche erlaubt.