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Die Kunstpädagogik öffnen

Erste Schritte zwischen Kunst und Medien, zwischen Sinnlichkeit und Unterricht

Die Kunstpädagogik öffnen – dieser Titel darf als Aufforderung verstanden werden; und die in diesem Band versammelten Texte können zur Klärung dieses Prozesses beitragen. Ein kritischer Blick auf die kunstpädagogische Szene lehrt uns, dass innerhalb einer Vielfalt von inhaltlichen Ausweitungen, von Grenzverschiebungen und methodischer Experimentierfreude sich auch viel Unverbindliches und Modisches tummelt. – Eine Öffnung der Kunstpädagogik bringt es mit sich, dass sie sich die traditionellen und die neuen Medien aneignet, ohne ihren Kunstcharakter zu verlieren und ohne zur Medienpädagogik zu mutieren. Auch die Öffnung zur ästhetischen Umwelt bedeutet nicht, dass Kunstunterricht sich dem Ästhetischen anverwandelt, sondern vielmehr, dass die Kunst das Ästhetische neu entdeckt. Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers und dessen sinnliche Potenzen innerhalb des Kunstunterrichts verwischt nicht etwa die Grenzen zur Sexualerziehung, sondern signalisiert die Entgrenzung der Kunst. – Es liegt auf der Hand, dass mit der Öffnung der Kunstpädagogik auch ein Risiko einhergehen kann, so dass auch immer wieder eine Rückbesinnung auf die eigene Substanz notwendig wird. Gemeint ist der produktive Umgang mit dem Material und der sensible und der forschende Blick auf das Kunstwerk. – Das Reflektieren von Entwicklung und Perspektiven kunstpädagogischer Modelle stellt wohl keine unabdingbare Voraussetzung für einen lebensvollen Unterricht dar. Doch sollte der selbstkritische Umgang mit den Grundlagen des Schulfaches Bildende Kunst ebenso wie der Kunstvermittlung durch Studierende, durch Lehrerinnen und Lehrer wieder selbstverständlich werden, um durch eine verantwortungsvolle Teilhabe den breiten Diskurs der Kunstpädagogik neu zu beleben.

Eine Auswahl von Beiträgen zur Kunstpädagogik, die in Studium, Seminar und Lehrerfortbildung sowie unter Museumspädagogen als Impuls für kritische Diskussion und eigenes produktives Denken dienen sollen.

Inhalt

Projektorientierter Unterricht

Zur Pragmatik der Medien

Produktiver Umgang mit ästhetischen Gegenständen

Potenzen des ästhetischen Materials

Zehn Thesen zur Kunstpädagogik

Ästhetische Erziehung und der subjektive Körper

Einstieg in die Kunstbetrachtung

Aufbruch der Künste

An der Schwelle der neuen Medien

Sinnlichkeit und Sinn

Kunstunterricht und Medien

Offener Kunstunterricht

Bilddidaktik

Visuelle Sexualästhetik

Problematik des Modelldenkens

Zukunft der Kunstpädagogik

194 Seiten; 70 Abb. 1998

Schneider Verlag Hohengehren GmbH Baltmannsweiler

www.paedagogik.de

ISBN 3-89676-058-0

€ 15,30 (Bezug über den Buchhandel)